Vortrag: Die extreme Rechte in Ungarn

Am 12. Oktober findet in Zusammenarbeit mit dem Dortmunder Antifa-Bündnis (DAB) und dem Forum gegen Rassismus – Campus Dortmund eine Vortragsveranstaltung zum Thema „Rechtsentwicklung, Antisemitismus und extreme Rechte in Ungarn“ um 19.30 Uhr im Taranta Babu statt. Es handelt sich um eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland.

Bei der Referentin handelt sich sich um Magdalena Marsovszky. Sie ist Kulturwissenschaftlerin aus Budapest und setzt sich seit einigen Jahren mit dem anwachsenden Antisemitismus in Ungarn und dem gesellschaftlichen Rechtstrend kritisch auseinander. Ein Interview mit ihr findet sich online in der antifaschistischen Zeitschrift Lotta #36.

12.10.2010 – 19.30 Uhr – Dortmund [Taranta Babu]
Vortrag: Die extreme Rechte in Ungarn
Infos: dab.nadir.org

Ankündigungstext:
Am 3. August 2009 wurde eine 45-jährige alleinerziehende Mutter im nordostungarischen Ort Kisleta von Neonazis erschossen. Der Grund: Sie war Roma. Bei Angriffen auf Roma starben in den letzten Jahren mindestens acht Menschen. Schlagzeilen machte in diesem Zusammenhang auch die so genannte „Ungarische Garde“, eine paramilitärische Organisation, die stark an die deutsche SA erinnert. Die Angriffe und die „Garde“ sind Ausdruck eines immer stärker werdenden Rechtstrends, der seinen vorläufigen Höhepunkt bei den Parlamentswahlen in diesem Jahr fand. Die extrem rechte Partei „Jobbik“ erhielt 16,7 Prozent der abgegebenen Stimmen, obwohl bzw. weil sie revanchistische Ziele wie ein „Großungarn“ verfolgt und sich gegen Roma und das „jüdische Kapital“ stellt. „Jobbik“ gilt als der parlamentarische Arm der „Garde“. Ihre Positionen sprechen in Ungarn Mehrheiten an. Nach Umfragen meinen zwei Drittel der erwachsenen Bevölkerung, dass Juden in der Geschäftswelt in Ungarn zu mächtig seien. Auch der Wahlsieger 2010, die rechtskonservative „Fidesz“-Partei, bediente sich teilweise antisemitischer Stereotype, setzte aber vor allem auf nationalistische Parolen bei der Mobilisierung ihrer Wählerinnen und Wähler. An der Regierung versucht sie nun, das Land nach ihren Vorstellungen umzuformen.