Café Move Ya! im August

Besser spät als nie : Unser August-Café am Montag, dem 10.08., beschäftigt sich, in Anlehnung an das Motto der Vorabenddemo gegen den sog. „nationalen Antikriegstag“, „Nationalismus überwinden – Grenzen einreißen !“ mit den sozialen, kulturellen, ökonomischen und politischen Dimensionen, die das Leben im Grenzgebiet zwischen den USA und Mexiko prägen. Input-Beginn ist auf 19 Uhr angesetzt, vorher gibt es wie immer die kulinarischen Spezialitäten unserer AK Freiraum-Küche zu genießen.
Flyer
Hier der Ankündigungstext :

Die Grenze zwischen den USA und Mexiko ist eine der bedeutendsten Grenzen der Welt. Jährlich sterben viele MexikanerInnen, ZentralamerikanerInnen und SüdamerikanerInnen bei dem Versuch, die Grenze in die USA auf illegale Weise zu übertreten. Sie verdursten in der Wüste, ertrinken im Rio Grande und im Meer, oder werden auf ihrer Reise erschossen. Obwohl der illegale Grenzübertritt immer gefährlicher wird, gelangen Tausende ungeachtet der Gefahr jedes Jahr in die USA, um dort einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Sie hoffen auf eine besser bezahlte Arbeit, die es ihnen ermöglicht, ihre Familien zu ernähren. Viele von ihnen beginnen fern von ihren Familien ein Leben als SaisonarbeiterInnen auf Obstplantagen oder als unterbezahlte Hausangestellte. Arbeitskräfte, mit denen die US-amerikanische Wirtschaft und Politik ungeachtet der migrationsfeindlichen Rhetorik rechnet. Andere bleiben auf der mexikanischen Seite der Grenze, finden Beschäftigung in Billiglohnfabriken oder im Sexgewerbe. Wieder andere bestreiten ihren Lebensunterhalt, indem sie Menschen oder auch Drogen in die USA schmuggeln. Grenzstädte wie Tijuana oder Ciudad Juarez erlebten in den vergangenen Jahren ein rasantes Bevölkerungswachstum. Die Grenze ist in diesen Städten allgegenwärtig.

Die Grenze zwischen Mexiko und den USA trennt nicht nur den „reichen Norden“ vom „armen Süden“, sondern auch ganze Familien. Sie zerschneidet den Strand und das Meer in Las Playas de Tijuana, die Wüste bei Ciudad Juarez und den Rio Grande. Sie zerschneidet Kulturen, Lebensgeschichten, Sprachen und Körper: Die politische Grenze verwandelt nicht nur den geographischen Raum in einen Grenzraum. Das Grenzgebiet zwischen Mexiko und den USA ist ein brutaler Raum, ein Ort, an dem die Schmerzhaftigkeit sozialer Unterschiede in vielerlei Hinsicht sichtbar wird. Der Grenzraum ist aber auch ein Ort der Bewegung und des Widerstandes. Ein Raum, in dem nationale, kulturelle und politische Identitäten immer wieder neu ausgehandelt werden. Ein Ort der Konfrontation, aber auch der Verbindung.

Der Vortrag “Becoming Crossroads: Die Grenze als (Über-)Lebensraum” bietet einen Überblick über die historischen, geographischen und politischen Hintergründe der Grenze zwischen Mexiko und den USA. Im Anschluss zeigen wir den Film “De Nadie”, einen spanischen Film mit englischen Untertiteln.